Bezirk
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Pfarrers Worte

Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut.
(Genesis 1,31)

Es war ein wunderbares Erlebnis für die zehnköpfige Wandergruppe am diesjährigen Gemein-dewochenende. Mitten durch Kuhweiden gings einigen Stationen des Klangweges (www.klang-welt.swiss/de/klangweg) entlang. Noch am Morgen hatte es geregnet, aber während der ganzen Wanderung blieb es dann trocken; ja sogar die Sonne zeigte sich. Ziel war schliesslich der Schwendisee, ein Hochmoor und Naturschutzgebiet. Und zum Abschluss des Rundweges gab es noch einen Alpabzug zu bestaunen, bevor es dann wieder runter ins Tal ging. Es war alles sehr gut und schön, was es draussen in der Natur zu erleben gab.
Alles? Etwas hat mich unterwegs nachdenklich gemacht. An einem sonst gemütlich eingerichteten Platz mit Sitzgelegenheiten und Feuerstelle, war eine Absperrung wegen Waldarbeiten. Wir konnten es uns dann doch gemütlich machen und unseren Lunch verzehren, da am Samstag ja nicht gearbeitet wurde. Wenn man jedoch den Hang hinauf blickte, war deutlich zu erkennen, weshalb hier geholzt wurde. Etliche brau-ne, bereits abgestorbene Tannen waren zu sehen. Das sah nicht schön aus und ich dachte: Nicht gut! «Der Borkenkäfer», liess ich mir sagen.
Nun, diese Tatsache mitten in allem Wunderbaren der Natur, hat uns nicht die gute Laune verdorben. Aber so im Nachhinein ist mir auch wieder klar geworden: Es ist nicht alles sehr gut auf dieser Erde. Und das in noch weit grösserem Ausmass als dort in der Nähe des Schwendisees. Was wirklich zu denken gibt, ist, dass viel Gutes in Gottes Schöpfung durch Menschenhand zerstört wird; viel mehr, als was durch «Borki» angerichtet wird. Soll ich einfach ausblenden, was nicht mehr gut ist?
Schon bald feiern wir das Erntedankfest. Da geht es um Gottes Schöpfung und alles Gute, das wir geniessen können. Es geht darum, wie wir mit all dem Guten umgehen. Ob wir es einfach gedankenlos an uns reissen oder dankbar als Geschenk aus Gottes Hand nehmen. Auf den ersten Seiten der Bibel wird deutlich, dass Gott alles gut gemacht hat. Und wer immer von sich hält und es gar bezeugt, Gott zu lieben, ihn zu ehren in seiner ganzen Güte, wird auch achtsam in und mit dieser Welt leben. Dankbarkeit – nicht nur am Erntedankfest – ist der Anfang solcher Achtsamkeit. Und wo ich dankbar bin gegenüber Gott, dem Schöpfer aller Dinge, ist mir das Leiden der Schöpfung nicht egal, sondern Antrieb, zum Schutz der Schöpfung beizutragen.
Reizwort «Klimawandel». Von «Alles halb so schlimm als man denkt», bis hin zu «Es ist noch schlimmer als man denkt» gibt es alles an Forschungsergebnissen, Meinungen und politischen Programmen. Und in allen grossspurigen Diskussionen merke ich, dass es bei mir selbst beginnt, etwas zu tun. In der Ausgabe, «Das Magazin» vom 30. März 2019, wurden «75 Ideen, wie Sie den Klimawandel stoppen können» veröffentlicht. Dabei ist mir deutlich geworden, dass vieles mit dem eigenen Haushalt, dem eigenen Verhalten in Freizeit und Arbeit, der eigenen Planung des Lebens, etc. zu tun hat. Wo bin ich z.B. bereit zu Verzicht oder zumindest zur Reduktion als Verbraucher von Energie?
Mit Dankbarkeit gegenüber Gott, dem Schöpfer, fängt es an und geht weiter zu einem achtsamen Umgang in allem, was diese Welt heute bewegt.

Markus Schöni